Plötzlicher Herztod
Lernziele


Lernziele

Ursachen und Epidemiologie

Entwicklungs-
geschichte der Reanimation

Therapeutische Grundlagen



Folgendes werden Sie kennenlernen:

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems stellen in den westlichen Ländern die Todesursache "Nummer Eins" beim Erwachsenen dar. So starben 1992 in Deutschland mehr als 430.000 Patienten an einer kardiovaskulären Grunderkrankung, dies entspricht knapp 50% aller Todesfälle. Nach vorsichtigen Schätzungen sind über 100.000 dieser Todesfälle auf den sog. plötzlichen Herztod zurückzuführen, dieser wird nach WHO definiert als Tod innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Erkrankung oder Schädigung.

Betrachtet man die Statistiken, so erkennt man deutlich, daß die Erkrankungen dieses Formenkreises erst seit 1980 zahlenmäßig langsam zurückgehen. Dies ist durch eine in der Bundesrepublik - im Gegensatz zu den USA - noch unzureichende Primärprävention der Risikofaktoren Rauchen (bei Frauen insbesondere zusammen mit der Verwendung der "Pille"), Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Übergewicht und Streß begründet. Besonders gefährdet sind Patienten mit Diabetes mellitus, familiär gehäuft auftretender koronarer Herzkrankheit und bereits stattgefundenem Herzinfarkt. 45% aller Herzinfarkte ereignen sich bei Menschen unter 65 Jahren.

Häufige Ursachen einer Reanimationssituation vor allem im jüngeren
Erwachsenenalter sind Hypovolämie bzw. Verbluten aufgrund von Unfällen verschiedenster Art, Beinahe-Ertrinken und Hypothermie, Stromunfälle, Intoxikationen jeglicher Art und Verlegungen der Atemwege.Kammerflimmern und -tachykardien sind die häufigsten Formen des Herzstillstands beim Erwachsenen. Sie wären weit überwiegend eine durch frühzeitige Defibrillation wieder in einen Herzrhythmus mit Auswurfleistung überführbar. Nach spätestens 3-5 Minuten aber sterben irreversibel Gehirnzellen aufgrund des Sauerstoff- und Glucosemangels ab und auch die Wiederbelebbarkeit des Myokards sinkt dann rapide, das Kammerflimmern geht in eine Asystolie über.

Die heute geläufige Form der Herz-Lungen-Wiederbelebung wurde seit den sechziger Jahren entwickelt. Die American Heart Association (AHA) entwickelte die Herz-Lungen-Wiederbelebung zu einem Standard, der in den USA schon seit 1972 in die Breitenausbildung Eingang gefunden hat. In der Bundesrepublik gehören die Basismaßnahmen der Reanimation seit 1985 zur Grundausbildung in Erster Hilfe.

Schon Anfang der achtziger Jahre wurde versucht, Rettungsdienstpersonal und Feuerwehrmänner in der Technik der EKG-Rhythmusanalyse und Defibrillation zu trainieren. Durch die inzwischen hohe Bedienersicherheit der AED werden zunehmend auch medizinisch nicht vorgebildete Personenkreise, die mit einer vergleichsweise hohen Wahrscheinlichkeit mit einer Reanimationssituation konfrontiert werden können, in der Anwendung solche Geräte geschult und als sog. "Targeted First Responders" eingesetzt.

Die einzelnen Empfehlungen sind nach ihrem wissenschaftlichen Evidenzniveau in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Die in den Leitlinien 2000 neu geschaffene Klasse "Indeterminate" ist für Maßnahmen vorgesehen, die seit langem ihren Stellenwert in der Behandlung des Herz-Kreislauf-Stillstandes haben, deren Wirksamkeit aber nicht nach den Evidenzkriterien der bisherigen drei Klassen einzuordnen ist

Wissenschaftliche Daten über die Nützlichkeit von Einzelmaßnahmen und ganzer Therapie- und Einsatzstrategien werden nach der Methodik der Utstein-Style gewonnen. Dieser stellt eine weltweit akzeptierte Zusammenstellung von Definitionen, Zeitintervallen und Auswertungsschemata dar, wobei u. a. die zeitliche Abfolge aller Maßnahmen möglichst vom Eintritt des Kreislaufstillstandes an dokumentiert werden soll sowie das erreichte Therapieergebnis in definierten Stufen festgehalten wird.

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