Spezielle Reanimationssituationen
Hypothermie


Lernziele

Stromunfall

Ertrinkungsunfall

Hypothermie

Schwangerschaft

Reanimation im
Kindes und
Kleinkindesalter


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Von Unterkühlung (Hypothermie) spricht man dann, wenn die Körperkerntemperatur des Patienten unter 35 Grad Celsius liegt (Cave: mit normalen Thermometern nicht mehr genau meßbar!). Dabei kommt es zunächst zu einem sog. Exzitations- oder Abwehrstadium, bei dem noch Muskelzittern und Tachykardie (überwiegend bewußtseinsklare Patienten) feststellbar ist, danach (Kerntemperatur unter 32 Grad Celsius) folgt das sog. Lähmungsstadium mit Blutdruckabfall, Bradykardie und Somnolenz.

Aus diesem Grund muß beim Unterkühlten der Puls über 20 bis 45 Sekunden getastet werden, um eine extreme Bradykardie zu erkennen. Spätestens ab einer Körperkerntemperatur unter 28ºC muß mit Kreislaufstillstand aufgrund von Asystolie oder Kammerflimmern gerechnet werden.

Diese sind gegenüber den üblichen Reanimationsmaßnahmen relativ therapierefraktär, die wichtigste Methode stellt daher die HLW bis zu einem aktiven Aufwärmen an einer Herz-Lungen-Maschine dar (in München vorhanden im Klinikum Großhadern, Deutschem Herzzentrum und Krankenhaus Bogenhausen). Bis dahin sollten lediglich Beatmung über Beutel und Endotrachealtubus, die Herzdruckmassage, sowie die ersten drei Defibrillationen und eine einmalige Adrenalingabe (e.b.) durchgeführt werden.

Danach sollte man von der Defibrillation und Medikamentengabe absehen, letzteres vor allem deshalb, weil sich die verabreichten Medikamente meist in der Peripherie ansammeln, ohne das Herz zu erreichen. Beim Einsetzen des Kreislaufs nach Wiedererwärmung werden diese dann in hoher Dosis am Herzen verfügbar und können dadurch zu neuen, lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Bei der Umlagerung ist ein Anheben der Extremitäten über Herzniveau, wegen der Gefahr der Vermischung von peripherem ("kaltem") und zentralem ("warmem") Blut, unbedingt zu vermeiden.

 

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