Spezielle Reanimationssituationen
Reanimation im Kindes und Kleinkindesalter


Lernziele

Stromunfall

Ertrinkungsunfall

Hypothermie

Schwangerschaft

Reanimation im
Kindes und
Kleinkindesalter


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anatomisch-physiologische Besonderheiten bei Kindern

Besonderheiten der Atmung

Kinder haben eine vergleichsweise große Zunge (Kinder sind Nasenatmer!), sowie eine noch relativ weiche Epiglottis. Aus diesem Grund wird bei der Intubation von Neugeborenen und Säuglingen auch vorzugsweise der gerade Spatel nach Miller eingesetzt, bei dem die Epiglottis aufgeladen wird, um den Kehlkopfeingang darzustellen. Der Kehlkopf selbst liegt einige Zentimeter höher (C3 bis C4) als beim Erwachsenen (C5 bis C6), die Trachea ist bis zur Bifurkation nur 3-6 cm (Schulkind) lang. Die Abgänge der beiden Hauptbronchien verlassen die Trachea im gleichen Winkel, sodaß bei zu weitem Vorschieben des Tubus eine Fehllage sowohl im linken als auch im rechten Hauptbronchus resultieren kann. Daher ist nach der Intubation eine sorgfältige Auskultation indiziert.

 

Anatomische Strukturen beim Erwachsenen und beim Kind:

 

Die Atemzugvolumina sind erheblich niedriger als beim Erwachsenen (Cave: Überblähung), die Atemfrequenz deutlich höher (bis ca. 40 pro Minute beim Neugeborenen).

 

Alter

 

Atem-
frequenz /min

 

Herz-
frequenz /min (schlafend)

 

Blutdruck
syst. (mmHg)

 

Blutdruck
diast. (mmHg)

Neugeborener

30 - 60
80 - 160
60 - 90
20 - 60

Säugling (6 Monate)

30 - 60
75 - 160
85 - 105
55 - 65

Kleinkind

22 - 40
60 - 90
95 - 105
55 - 65

Schulkind

18 - 30
60 - 90
95 - 115
60 - 75

Heranwachsender

12 - 16
50 - 90
110 - 128
65 - 80

Tritt beim Säugling eine Ateminsuffizienz auf, so kann diese zunächst noch kompensiert werden. In diesem Zustand lassen sich inspiratorisches Einziehen der Interkostalräume, Tachypnoe, Tachykardie und Nasenflügeln feststellen. Durch Ermüdung treten dann oft innerhalb einer Viertelstunde Zeichen des drohenden Atemstillstandes auf, nämlich Tachypnoe mit gleichzeitiger Bewußtseinstrübung, verminderter Muskeltonus und Zyanose. Auch eine bei einem reaktionslosen Kind primär vorgefundene Bradykardie deutet in der Regel auf eine Ateminsufizienz hin und sollte mit Beatmung, nicht mit Atropin therapiert werden. Dahingegen tritt die Zyanose vergleichsweise spät auf und kann zunächst völlig fehlen!

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