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Spezielle
Reanimationssituationen Stromunfälle
werden eingeteilt in Nieder- und
Hochspannungsunfälle, die beide
etwa gleich häufig auftreten. Von
Hochspannungsunfällen spricht man
bei Spannungen über 1000 V, d. h.
Unfälle mit Haushaltsstrom sind
Niederspannungsunfälle.
Vom
Ertrinken spricht man, wenn der Patient
am Ertrinkungsunfall verstirbt. Kann er
erfolgreich wiederbelebt werden,
spricht man vom "Beinahe-Ertrinken".
Kaltes Wasser führt zu einem
Vagusschock (Kreislaufstillstand).
Freimachen der Atemwege und die
möglichst frühzeitige
Beatmung, wenn möglich noch im
Wasser, ist besonders
wichtig. Bei
der Hypothermie liegt die
Körperkerntemperatur des Patienten
unter 35 Grad. Die ersten drei
Defibrillationen und eine einmalige
Adrenalingabe (e.b.) kann
durchgeführt werden, da die
verabreichten Medikamente meist in der
Peripherie ansammeln, ohne das Herz zu
erreichen. Bei der Umlagerung ist ein
Anheben der Extremitäten über
Herzniveau, wegen der Gefahr der
Vermischung von peripherem ("kaltem")
und zentralem ("warmem") Blut,
unbedingt zu vermeiden. Reanimation
während der Schwangerschaft: Vor
24. SSW, Reanimation unverändert.
Linksseitenlage zur Vermeidung eines
Vena-cava-Kompressionssyndroms. Nach
der 24. Woche ist auch das Kind
lebensfähig. Vasokonstriktorische
Medikamente wie Adrenalin können
zusätzlich zu einer plazentaren
Minderversorgung des Fötus
führen.
Die häufigste Ursache
für einen Kreislaufstillstand beim Kind ist eine primär
respiratorische Störung. Danach folgt das Kreislaufversagen
aufgrund von Blutverlust oder Sepsis. Primär kardiale
Ursachen sind selten. Kinder haben eine vergleichsweise
große Zunge (Kinder sind Nasenatmer!), sowie eine
noch relativ weiche Epiglottis. Daher wird bei der Intubation
von Neugeborenen und Säuglingen der gerade Spatel nach
Miller eingesetzt, bei dem die Epiglottis aufgeladen wird,
um den Kehlkopfeingang darzustellen. Der Kehlkopf selbst
liegt höher (C3 bis C4) als beim Erwachsenen (C5 bis
C6), die Trachea ist bis zur Bifurkation nur 3-6 cm (Schulkind)
lang. Die Auswurfleistung
des Herzens wird bei Kindern überwiegend durch die
Herzfrequenz geregelt. Bei einem Flüssigkeits- oder
Blutverlust kommt es nach einer kurzen durch Tachykardie
kompensierten Phase plötzlich zu einem Kreislaufzusammenbruch.
Zur Abschätzung des Kreislaufzustandes muß die
periphere Durchblutung beachtet werden. Die Schwierigkeit der
Venenpunktion bei Säuglingen und Kleinkindern kann
durch die sog. intraossäre Applikation von Medikamenten
umgangen werden (bis 6. Lj.). Die endobronchiale Medikamentengabe
sollte auf ein max. Verdünnungsvolumen von 3 - 5 ml
beschränkt bleiben und nur einmalig durchgeführt
werden. Aufgrund der überwiegend
respiratorischen Ursachen für Kreislaufstillstand bei
Kindern steht die Sicherung der Oxygenation im Vordergrund.
Kinder mit Herz-Kreislauf- und/oder Atemstillstand werden
erst fünfmal beatmet, bevor der Notruf erfolgt ("Phone
fast" anstelle von "Phone first" beim Erwachsenen). Aufsuchen des Druckpunktes:
Bei Säuglingen
1 fingerbreit unterhalb der Intermamillarlinie Bei Klein-
und Schulkindern (< 8 Jhr.) 1 fingerbreit über dem
Sternum bzw. 2 fingerbreit oberhalb des Schwertfortsatzes.
Verhältnis Beatmung zu Kompression, Säugling (<
1 Jahr),1: 3 (Ein- und Zweihelfermethode!); Kind (> 1
Jahr), 1: 5 (Ein- und Zweihelfermethode). Die Energie für die Defibrillation
beträgt initial 2 Joule/ kg KG, für die zweite
Defibrillation 2-4 Joule/ kg KG, für die dritte und
weitere Defibrillationen 4 Joule/ kg KG. (gültig für
eine monophasische Schockform, bei einer biphasischen Schockform
muß eine äquivalente Energiemenge gewählt
werden.) |
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