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Thermische
Verletzungen Die Haut,
das größte oberflächliche
Organsystem des Menschen, wird geschädigt
und erleidet damit Einbußen ihrer
essentiellen Funktionen als Sinnesorgan,
Speicherorgan, Wärmeregulator, und
Schutzhülle, so daß der Körper
allen äußeren und z.T. auch inneren
Einflüssen schutzlos ausgeliefert ist.
Darüber hinaus kommt es bei schweren
Verbrennungen auch zur Verletzung
tieferliegender Gewebeschichten. Sekundär
können Schädigung an weiteren Organen
und Organsystemen resultieren. Zu den
häufigsten Ursachen von Verbrennungen
zählen: Von
Verbrühung spricht man bei Läsionen
durch Temperaturen von <100°C, z.B.
durch heiße oder kochende
Flüssigkeiten bzw. Dämpfe. Als
Verbrennungen bezeichnet man dagegen
Schädigungen durch höhere intrakutane
Temperaturen, z.B. direkte Flammeneinwirkung (im
Mittel bei 900°C) oder direkte
Wärmeleitung, z.B. durch Metalle oder
Chemikalien. Die
Ausdehnung der durch Verbrennung
geschädigten Körperoberfläche
(KOF) ist für die Prognose des Patienten
von entscheidender Bedeutung. Zur primären
Abschätzung der verbrannten
Körperoberfläche wird
üblicherweise die Neuner-Regel nach Wallace
(Kopf 9% KOF, Arme je 9% KOF, Beine je 2x9% KOF,
Rumpf vorne und hinten je 2x9% KOF) und z.T.
auch die Handflächenregel
(Patientenhandfläche entspricht 1% KOF) zu
Hilfe genommen. Hierbei
sind die unterschiedlichen
Körperproportionen von Erwachsenen,
Kleinkindern und Säuglingen unbedingt zu
beachten. Bis zum 5. Lebensjahr ist z.B. die
Oberfläche des Kopfes mit ca. 15% KOF zu
bewerten. Erforderlich
ist eine Abschätzung der Ausdehnung der
verbrannten KOF nicht nur zur
Prognosefeststellung, sie findet auch
unmittelbar praktische Anwendung bei der
Ermittlung der erforderlichen Infusionsmenge,
der Wahl des geeigneten Transportmittels und der
benötigten Zielklinik. |
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