Thermische Verletzungen
Pathophysiologie, Leitsymptome und Einteilung


Lernziele

Pathophysiologie, Leitsymptome und Einteilung

Präklinische Diagnostik und Therapie

Inhalationstrauma

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Es gibt verschiedene thermische Einflußfaktoren, die alle meist über einen annähernd gleichen Pathomechanismus in eine spezielle Art der Verletzung münden:

Die Haut, das größte oberflächliche Organsystem des Menschen, wird geschädigt und erleidet damit Einbußen ihrer essentiellen Funktionen als Sinnesorgan, Speicherorgan, Wärmeregulator, und Schutzhülle, so daß der Körper allen äußeren und z.T. auch inneren Einflüssen schutzlos ausgeliefert ist. Darüber hinaus kommt es bei schweren Verbrennungen auch zur Verletzung tieferliegender Gewebeschichten. Sekundär können Schädigung an weiteren Organen und Organsystemen resultieren.

Zu den häufigsten Ursachen von Verbrennungen zählen:

  • Strahlungen, vor allem Sonnen-, Ultraviolett-,
    Röntgen- sowie radioaktive Strahlung
  • heiße Flüssigkeiten und Dämpfe
  • heiße Gegenstände
  • direkte Feuereinwirkungen
  • Explosionen
  • elektrothermische Schädigungen, z.B. Strom- oder Blitzschlag
  • Verletzungen durch Chemikalien z.B. durch Säuren oder Laugen
  • mechanische Verbrennungen, z.B. Reibung eines Hanfseiles.

 

Von Verbrühung spricht man bei Läsionen durch Temperaturen von <100°C, z.B. durch heiße oder kochende Flüssigkeiten bzw. Dämpfe.

Als Verbrennungen bezeichnet man dagegen Schädigungen durch höhere intrakutane Temperaturen, z.B. direkte Flammeneinwirkung (im Mittel bei 900°C) oder direkte Wärmeleitung, z.B. durch Metalle oder Chemikalien.

Die Ausdehnung der durch Verbrennung geschädigten Körperoberfläche (KOF) ist für die Prognose des Patienten von entscheidender Bedeutung. Zur primären Abschätzung der verbrannten Körperoberfläche wird üblicherweise die Neuner-Regel nach Wallace (Kopf 9% KOF, Arme je 9% KOF, Beine je 2x9% KOF, Rumpf vorne und hinten je 2x9% KOF) und z.T. auch die Handflächenregel (Patientenhandfläche entspricht 1% KOF) zu Hilfe genommen.

Hierbei sind die unterschiedlichen Körperproportionen von Erwachsenen, Kleinkindern und Säuglingen unbedingt zu beachten. Bis zum 5. Lebensjahr ist z.B. die Oberfläche des Kopfes mit ca. 15% KOF zu bewerten.

Erforderlich ist eine Abschätzung der Ausdehnung der verbrannten KOF nicht nur zur Prognosefeststellung, sie findet auch unmittelbar praktische Anwendung bei der Ermittlung der erforderlichen Infusionsmenge, der Wahl des geeigneten Transportmittels und der benötigten Zielklinik.

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