Thermische Verletzungen
Pathophysiologie, Leitsymptome und Einteilung


Lernziele

Pathophysiologie, Leitsymptome und Einteilung

Präklinische Diagnostik und Therapie

Inhalationstrauma

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Tiefe der Verbrennung

Pathophysiologisch lassen sich vier Grade der Verbrennungstiefe unterscheiden

Schweregrad

Befund und Pathophysiologie

1. Grad "superficial"

Rötung, Erythem, oberflächliches Ödem Schädigungen epidermal und im ober-flächlichen Korium mit Hyperämie und Vasodilatation, keine Narbenbildung

2. Grad "partial thickness"

Blasenbildung unter der Epidermis

a) oberflächlich dermaleVerbrennung

Rötung wegdrückbar, feuchter Wundgrund, epidermale Nekrosen, vereinzelte Epithelnekrosen, keine Narbenbildung, Regeneration aus tiefen Koriumszellen meist innerhalb von zwei Wochen

b) tiefe dermale Verbrennung

Rötung nicht wegdrückbar, trockener Wundgrund, Schädigung weit ins Korium reichend mit Denaturierung von Proteinen => weißliches Korium, Schmerzempfindung noch gegeben,
mögliche Narbenbildung

3. Grad Nekrosen "full thickness"

Koagulationsnekrosen, Schorfbildung, keine Rekapillarisierung, grau-weißlicher oder tiefroter lederartiger Wundgrund, subcutane Gefäßnekrosen mit Stasezuständen, tiefe subdermale Zerstörung, keine Schmerzempfindung, Narbenbildung über Granulationsgewebe häufig mit Kontrakturen und Keloidbildung

4. Grad

Verkohlung des Gewebes, Zerstörung von Subcutis, Muskeln, Nerven, Sehnen, Knochen

 

Die Verbrennungstiefe läßt sich am Unfallort zumeist nur sehr unzuverlässig bestimmen und wird oft unterschätzt. Die genauere Einteilung in den Verbrennungschweregrad kann oft erst in der Klinik nach entsprechender mechanischer Säuberung und z.T. auch erst nach histologischer Aufarbeitung endgültig festgelegt werden. Dies ist ein Grund dafür, daß für die Notfalltherapie die Abschätzung der verbrannten Körperoberfläche einen wesentlich größeren Stellenwert einnimmt als die Verbrennungstiefe.

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