Analyse von Verzögerungen und Unterbrechungen bei außerklinischer CPR
Prospektive Untersuchung zur
prähospitalen Prozeßqualität analog »Utstein-Style«
Chr. K. Lackner1,3, M.Ruppert1,3, M. Uhl3, M.W. Reith2,3, M.Winterberg1,3, K.Peter2,3
- Chirurgische Klinik und Poliklinik, Innenstadtkliniken des Klinikums der Univ. München
- Klinik für Anaesthesiologie, Innenstadtkliniken des Klinikums der Univ. München
- Arbeitskreis Notfallmedizin und Rettungswesen der Univ. München
Zusammenfassung
Am Beispiel eines innerstädtischen Notarztsystems wurde eine prospektive Prozessanalyse auf der Basis der Definitionen des »Utstein-Style« durchgeführt. Untersucht wurden Verzögerungen und Unterbrechungen im organisatorischen, medizinischen und medizinisch-technischen Bereich bei außerklinischen Wiederbelebungsmaßnahmen anhand eines Kollektiv von n=71 reanimationspflichtigen Patienten.
Ein Münchner Notarztwagen wurde mit einem zusätzlichen Dokumentationsassistenten besetzt, der eine Online-Dokumentation durchführte.Nur 20% der Reanimationen hatten einen völlig ungestörten Verlauf. Einsatztaktische Probleme führten zu Verlängerungen des Intervalls »Kollapszeitpunkt - Notarzt am Patienten« im Median um 3,8 Minuten. Bei Versorgung durch nicht-ärztliches Rettungsdienstpersonal wurden bei jeder zehnten Reanimation (von mindestens 4 Minuten Dauer) nicht bemerkte ösophageale Fehlintubationen dokumentiert. Der Beginn des ALS bei Ankunft am Patienten verzögerte sich bei jeder zweiten Wiederbelebung durch äußere Umstände. Erschwerte Intubationen ergaben sich bei 23% der vom Notarzt intubierten Fälle. Die HLW ist in 87% aller Reanimationen aus den verschiedenen Gründen für mehr als 20 Sekunden unterbrochen worden. Die maximalen Unterbrechungen sind mit 3 Minuten dokumentiert. Mängel der medizin-technischen Ausrüstung, die in 31% aller Wiederbelebungen auftraten, betrafen in erster Linie die EKG/Defibrillator-Einheit.
Die Gruppe der Entlassenen hatte bei der Reanimation den komplikationsärmeren außerklinischen Verlauf.
Quelle:
Notfall & Rettungsmedizin 1999 ·2: 274-284 © Springer-Verlag 1999
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