Die Apotheke einer Berghütte
Christian Vogt, Alfred Thomas, Herbert Forster, Urs Wiget

Einführung
Allgemeine Abteilung
Ärztliche Abteilung
Für Berghütten über 3000 m
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IKAR
INTERNATIONALE KOMMISION
FÜR ALPINES RETTUNGSWESEN
Kommission für alpine Notfallmedizin
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Widrige Umstände können eine schnelle professionelle Bergrettung
in Erkrankungs- oder Verletzungsfällen verzögern. In solchen Fällen
müssen kranke und verletzte Personen manchmal viele Stunden lang von
Personen versorgt werden, die zufällig vor Ort sind.
Die Apotheke einer Schutzhütte sollte Ärzten und Alpinisten einen
Vorrat zur Basisversorgung in solchen Situationen bieten. Eine gut ausgestattete
und regelmäßig gepflegte Apotheke ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal
jeder Hütte.
Die Apotheke muß an einem kühlen, trockenen Ort verstaut sein
und vor Mißbrauch geschützt werden. Es sollten zwei Abteilungen
vorhanden sein: Eine allgemeine Abteilung und eine zweite, die für
ärztliche Anwendung bestimmt ist. Auf der zweiten Abteilung muß
ein klarer Hinweis in folgender Form stehen: »Nur zur ärztlichen
Anwendung oder nach telefonischer Rücksprache mit einem Arzt!«.
Die Apotheke muß eine genaue Liste der Medikamente mit Dosierungsrichtlinen und anderen Hinweisen enthalten. Diese Liste sollte, wenn möglich, in verschiedenen Sprachen geschrieben sein und die internationalen Medikamentennamen enthalten (DCI-INN). Der folgende Hinweis sollte zusätzlich auf der Liste stehen: »Anwendung in Eigenverantwortung. Bitte lesen Sie die Anwendunghinweise«. Die Anwendungshinweise des Herstellers müssen in den Originalpackungen belassen werden.
Eine regelmäßige Kontrolle durch einen Arzt oder Apotheker muß
gewährleistet sein.
| Schmerzen, Fieber |
Paracetamol 500 mg Tabletten |
| Spasmolytica |
Butylscopolamin oder andere Tabletten |
| Starke Schmerzen |
Tramadol oder Tilidin Tropfen |
| Husten |
Dihydrocodein 25 mg retard Tabletten |
| Schnupfen |
abschwellende Nasentropfen |
| Rachen |
Lutschtabletten |
| Durchfall |
Loperamid Tabletten oder Aktivkohle |
| Erbrechen |
Metoclopramid 10 mg Tabletten |
| Zum Schlafen |
kurz wirksame Benzodiazepine* |
| Angina Pectoris |
Nitroglycerin Kapseln |
| Antazida |
H2-Blocker oder Aluminium-Magnesium-Puffer Tabletten |
| Augen |
desinfizierende und adstringierende Augensalbe |
* Benzodiazepine können bei prädisponierten
Personen ein Höhenlungenödem (HAPE) auslösen!
Sonstiges: Elastische Binden, sterile Kompressen, Pflaster, Klebeverbände,
Klammerpflaster, Scheren, Desinfizienzien, Handschuhe, SAM-Schienen (schaumstoffgepolsterte
Aluminiumschienen), Pinzetten.
Wünschenswert: Atemmaske und -beutel, 2 Liter Sauerstoff-Flasche
| Atropin 0,5 mg |
5 Ampullen |
| Adrenalin 1 mg |
5 Ampullen |
| Antiemetika |
3 Ampullen |
| Spasmolytika |
3 Ampullen |
| Diazepam |
5 Ampullen |
| Furosemid |
5 Ampullen |
| Nifedipin |
10 mg Kapseln |
| Prednisolon 250 mg |
3 Ampullen |
| Beta-2-Mimetika |
3 Ampullen |
| Antibiotika (je nach lokalen Gegebenheiten und Resistenzen) |
Ciprofloxacin 500 mg Tbl. oder Cotrrimoxazol Tbl. |
| Analgetika (je nach nationalen Bestimmungen) |
z. B. Tramadol 100 mg, 5 Ampullen |
Desweiteren: Spritzen 5 und 10 ml, Injektionsnadeln, i.v. Kanülen,
2 x 500ml HAES Infusion, 2 x 500 ml Ringerlaktatlösung, Infusions-Set,
Stauschlauch, Alkoholtupfer
Acetazolamid
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250 oder 500 mg retard Tabletten |
| Dexamethason |
4 mg Tabletten |
| Nifedipin |
Retard Tabletten |
Wünschenswert: 2 Liter Sauerstoff-Flasche und/oder tragbare
Druckkammer
Anschrift der Autoren:
Dres. Christian Vogt, Alfred Thomas, Urs Wiget, Herbert Forster
CH-3961 St. Jean
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