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Asthma bronchiale

Akutes Engwinkelglaukom als Komplikation der Kombinationstherapie von Beta-Adrenergika und Ipratropiumbromid


Kall SK
(Kaiser Permanente Med. Ctr., Sacramento, Kalifornien)
Quelle: Ann Emerg Med 23:884-887, 1994
Übersetzung: Lewan, U., ANR der LMU München


Fallbericht

Eine 66-jährige Frau kam weniger als 48 Stunden nach erfolgreicher Asthmatherapie mit beidseitigem akutem Engwinkelglaukom in die Notaufnahme. Sie hatte 4 Dosen zerstäubtes Albuterolsulfat und 4 Hübe Ipratropiumbromid per Inhalator erhalten. An beiden Augen wurde eine periphere Iridotomie und Iridoplastik durchgeführt.

Diskussion

Ein akutes Engwinkelglaukom ist eine ungewöhnliche Komplikation nach Asthmatherapie mit Ipratropiumbromid. 12 Fälle akuten Engwinkelglaukoms in Zusammenhang mit der Inhalation von Anticholinergika sind bekannt; 10 dieser Fälle waren mit der Applikation von Ipratropiumbromid verbunden und 8 traten nach kombinierter Therapie mit zerstäubtem Ipratropiumbromid und Salbutamol (Albuterolsulfat) auf. Dieser Fall ist der erste in den Vereinigten Staaten und gleichzeitig der erste, der bei einem ambulanten Patienten nach erfolgreicher Therapie einer obstruktiven Atemwegserkrankung aufgetreten ist.

Angesichts der steigenden Verwendung inhalierbarer Anticholinergika - insbesondere Ipratropiumbromid -, kombiniert mit inhalierbaren Beta-Adrenergika bei der Routinetherapie akuten und chronischen Asthmas und der weiten Verfügbarkeit von Ipratropiumbromid als Zerstäuberlösung in den Vereinigten Staaten sollte man diese mögliche Komplikation stärker berücksichtigen. Kalra und Bone weisen darauf hin, daß Patienten, die eine Kombinationstherapie mit Ipratropiumbromid und Salbuterol erhalten, keine Erhöhung des Augeninnendrucks zu befürchten haben, wenn sie bei Applikation einen Augenschutz tragen und die Glaukomtherapie weitergeführt wird. Es scheint so zu sein, daß die Komplikation an den Augen als Folge einer direkten, topischen Einwirkung des zerstäubten Medikaments anzusehen ist, nicht als Effekt der systemischen Applikation. Dies bedeutet, daß bei einer kombinierten Therapie mit Beta-Adrenergika und Ipratropiumbromid präventive Maßnahmen, wie Augenschutz und ein Inhalator mit Mundstück an Stelle von Gesichtsmasken eingesetzt werden sollten.

Kommentar

Die kombinierte Gabe inhalierbarer Beta-Adrenergika und Anticholinergika bei obstruktiven Atemwegserkrankungen ist eine immer häufiger genutzte Therapieform. Dieser Fallbericht sollte auf die mögliche Komplikation bei Glaukomerkrankungen aufmerksam machen. Der wichtigste Hinweis in diesem Fall ist die Vermutung, daß die akute ophthalmologische Komplikation auf die topische Applikation der Medikamente zurückzuführen ist. Diese Komplikation kann demnach durch Tragen eines Augenschutzes und durch den Gebrauch eines Inhalators mit Mundstück anstelle einer Gesichtsmaske vermieden werden. Das zeitversetzte, bilaterale Einsetzen der Komplikation sollte dem behandelnden Arzt zusätzlich zu die umfassende Aufklärung gefährdeter Patienten nahelegen. Vor einer Kombinationstherapie mit den genannten Substanzen bei chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen könnte eine ophthalmologische Untersuchung zum Ausschluß einer entsprechenden Gefährdung durch präexistenten erhöhten Augeninnendruck sinnvoll sein.

© 2010 Arbeitskreis Notfallmedizin und Rettungswesen e.V.
an der Ludwig-Maximilians-Universität München

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